12. Juli 2011
In den Jahren 2010/11 fanden im Auftrag der Niederlassung Dresden I des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) umfassende Sanierungsarbeiten in der Magdalenenburg statt. Erneuert wurden die vorhandenen Veranstaltungs- und Sonderausstellungsräume sowie zusätzliche Ausstellungsflächen wie die Böttcherräume erschlossen. Es folgten verschiedene Maßnahmen zur Sicherstellung des Brandschutzes und der Einbau eines behindertengerechten Aufzuges. Im Innern erhielt das Gebäude ein zentrales Treppenhaus. In diesem Zusammenhang wurde auch im ersten Obergeschoss ein neuer Ausstellungsraum eingerichtet.
Auf dem ehemaligen Vorratsboden werden unter dem Titel „Der Königstein ganz klein – Modelle zum Festungsbau und Kriegsgeschehen“ ab dem 16. Juli 2011 drei Modelle und eine Computerinstallation gezeigt. Diese entstanden in Vorbereitung auf die geplante Dauerausstellung, die künftig im Torhaus die Geschichte des Königsteins von der mittelalterlichen Burg bis zum heutigen Museum erzählen wird.
Festung Königstein 2011
Das Modell im Maßstab 1:150 zeigt die Festung Königstein im derzeitigen Bauzustand. Es umfasst nicht nur das 9,5 Hektar große Plateau mit allen vorhandenen Bauwerken, sondern auch das westliche Vorgelände und einen Teil des Tafelberges. Hier wird die Verschmelzung zwischen Berg, Fels und Mauerwerk deutlich, die das Erscheinungsbild der 361 Meter hohen Bergfestung prägen und die Anlage so einzigartig macht. Außergewöhnlich sind auch die mehr als 50 Bauwerke aus verschiedenen Stilepochen, von denen jedes bis heute in seiner ursprünglichen Funktion erkennbar geblieben ist. Mit Hilfe von 48 Spots, die über einen Touchscreen in Deutsch, Englisch, Polnisch oder Tschechisch abrufbar sind, kann sich jeder Besucher über die einzelnen Gebäude informieren. Das Modell verdeutlicht, dass die Festung Königstein eine geschlossene Einheit bildete. Für den Kriegsfall war alles vorhanden, um einer Belagerung standzuhalten und in Friedenszeiten bot sie die Infrastruktur einer kleinen Stadt.
Munitionsladesystem der Batterie 7
Ein weiteres Modell zeigt das Munitionsladesystem der Batterie 7. Das unterirdische Bauwerk entstand in der letzten großen Bauphase der Festung, als der Königstein nach 1871 zum Sperrfort des Deutschen Reiches wurde. Es diente der Vorbereitung und Aufbewahrung des Tagesbedarfes an Munition für die Geschütze. Dank mehrerer Schnitte kann der Betrachter nicht nur den Aufbau der beschusssicheren Decke, sondern auch in die Funktionsräume sehen. Im Ladesystem wurden die Kartuschen mit Treib- und die Granaten mit Sprengladung versehen. Ein Geschossaufzug beförderte die geladenen Kartuschen und Granaten nach oben, wo sie in den äußeren Kartuschnischen abgelegt wurden. Von dort holte sich die Artilleriemannschaft ihre Munition, um die hinter Erdwällen stehenden Geschütze damit zu bestücken.
Pulvermagzin Nr. 2
Zur sicheren Einlagerung von Schießpulver wurden zwischen 1734 und 1737 sechs kleine Pulvermagazine auf der Festung Königstein erbaut. Diese Gebäude standen im östlichen Teil des Plateaus, wo sie unter dem Blätterdach des Festungswaldes gut getarnt waren. Die Errichtung dieser Munitionslager steht im Zusammenhang mit den umfassenden Modernisierungsmaßnahmen auf dem Königstein, die nach dem Regierungsantritt Friedrich August II./III. ab 1734 durchgeführt wurden. Der Monarch wollte im Kriegsfall einen sicheren Ort für seine Kunstschätze und Archive haben.
Von den ursprünglich sechs Magazinen ist bis heute nur eines erhalten geblieben. In der Zeit des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) wurden in einigen dieser Pulvermagazine Teile des Grünen Gewölbes eingelagert. Auf diese Weise überstanden die Kunstschätze beispielsweise die preußische Beschießung Dresdens im Jahre 1760 unbeschadet.
Darstellung des befestigten Lagers der sächsischen Armee zwischen Pirna und der Festung Königstein im Jahr 1756
Die animierte Militärkarte ist ein Relief der Sächsischen Schweiz im 18. Jahrhundert. Als Grundlage dienten historische Karten, die nach 1780 unter Leitung des Ingenieuroffiziers Friedrich Ludwig von Aster gezeichnet wurden. Dabei handelt es sich um die so genannten sächsischen Meilenblätter, die heute zum Bestand der Staatsbibliothek Berlin, Preußischer Kulturbesitz, gehören. Das mit einer Computerfräsmaschine ausgearbeitete Relief wurde mit Kopien dieser historischen Meilenblätter überdruckt.
Vor der Karte können sich die Besucher eine computeranimierte Vorführung ansehen und auch anhören (in Deutsch, Englisch oder Tschechisch). Diese gibt Aufschluss über die tragischen Ereignisse zu Beginn des Siebenjährigen Krieges (1756-1763).