Special exhibitions
Gate House
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Die Exposition "Von stolzen Hirschen und armen Hunden" erzählt von den beiden völlig verschiedenen Lebenswelten, welche auf dem Königstein jahrhundertelang nebeneinander existierten. Während das Militär die Festung bewachte und instand hielt, nutzte der kurfürstliche Hof den Königstein seit dem 17. Jahrhundert um zu repräsentieren und in der wildreichen Gegend zu jagen. Bauliche Zeugen dessen sind die 1619 unter Kurfürst Johann Georg I. zum Jagdschloss umgebaute und in Johann-Georgenburg umbenannte alte Kaiserburg, die einst auch für Beherbergungszwecke genutzte Magdalenenburg, die Friedrichsburg und der ehemalige Johannissaal, das jetzige Neues Zeughaus. Kurfürstliche Briefe und Aufzeichnungen des Hofmarschallamtes sowie von Generation zu Generation überlieferte Geschichten berichten davon, wann und wie in der Umgebung der Festung gejagt und mit welchem Aufwand anschließend auf dem Königstein gefeiert wurde. Der Alltag der Garnison dagegen sah einfach und entbehrungsreich aus. Die Besatzung bestand hauptsächlich aus Invaliden und Halbinvaliden, die mit ihren Familien in der Alten Kaserne wohnten. Neben dem Militärdienst mussten sie sich durch Handwerksarbeit, Gartenbau und Tierhaltung selbst versorgen. Die Jagd war das Privileg des Adels und ihnen nicht gestattet.
In enger Zusammenarbeit mit dem Pirnaer Präparator Holger Lehmann ist eine Ausstellung entstanden, die diese beiden Sphären dem Besucher näher bringt. Die höfische Seite, versinnbildlicht durch eine Inszenierung mit einem stolzen Hirsch im ersten Ausstellungsraum, wird vor allem mit lebensecht präparierten Wildtieren und edlen alten Jagdwaffen dargestellt. Das Leben der Garnisonssoldaten, ihrer Frauen und Kinder dagegen spiegeln eine nachempfundene Wohnküche und ein kleiner Stall aus der Zeit um 1700 wider. Typische Haustiere wie Hühner, eine Ziege, Hund und Katze sind darin eben so zu finden wie originale, jahrhundertealte Küchengeräte.
Die Ausstellung runden 27 Landschaftsaufnahmen des Seifhennersdorfer Naturfotografen Dirk Steudner ab.