Sonderausstellung 2020

„Hohe Gäste auf Sachsens schönster Feste“

3. April - 1. November 2020
Magdalenenburg, 2. OG

Schon im frühen 18. Jahrhundert galt die Festung Königstein als beliebtes Ausflugsziel. Da sie jedoch eine militärische Anlage war, mussten interessierte Gäste vor ihrem Besuch eine schriftliche Genehmigung beim jeweiligen Dresdner Gouverneur einholen. An der Festungspforte trug ein Wachposten ihre Namen in „Eingangsjournale“ ein. Diese Bücher sind eine einmalige Quelle zur Geschichte des Fremdenverkehrs auf dem Königstein. Sie weisen aus, dass im 18. Jahrhundert 150 bis 250 Reisende pro Jahr die Festung besichtigten.

Die Sonderausstellung widmet sich den Berühmtheiten unter diesen frühen Touristen – Prominenten aus Wissenschaft, Politik und Kunst. 1797 weilte zum Beispiel Alexander von Humboldt (1769-1859) mit seinem Bruder auf dem Königstein. Den Bildhauer Bertel Thorvaldsen (1770-1844) führte der Festungskommandant persönlich zu den Sehenswürdigkeiten der Wehranlage. Die französische Porträtmalerin Marie Louise Élisabeth Vigée-Lebrun (1755-1842) schwärmte in einem Reisetagebuch über die „schönste Festung auf der Welt“.

Staatsgäste wurden selten in den Eingangsjournalen der Festung notiert. Ihre Besuche kündigte man dem Kommandanten meist schriftlich an. Er empfing diese hohen Gäste mit militärischen Ehren am Tor. Zar Peter I. (1672-1725) und Napoleon I. (1769-1821) gehörten zu den berühmtesten Staatsgästen.

In der Sonderschau werden die berühmten Gäste der Vergangenheit eindrucksvoll präsentiert. Einen besonderen Stellenwert haben dabei Porträts und Gegenstände, die eng mit ihrer Person verbunden sind. Die Ausstellung wird auf jeden Gast mit kurzen biografischen Notizen und der Beschreibung seines Besuchs auf dem Königstein eingehen. In einem zweiten Ausstellungsraum werden die interessantesten Gäste multimedial und interaktiv vorgestellt.

Hintergrundbild: Christian Gottlob Hammer - Ansicht der Festung Königstein in Sachsen von Westen, kolorierte Umrissradierung, Anfang 19. Jahrhundert