Sonderausstellung

Mönche auf dem Königstein und wie „der böse Samen Doctor Luthers“ sie vertrieb

Sonderausstellung | 23. April - 1. November 2016

Diese Sonderausstellung spürte einem bis dahin weitgehend unbekannten, aber doch faszinierenden Kapitel der Geschichte des Königsteins nach: sie erinnerte an die Gründung eines Klosters, das vor 500 Jahren von Herzog Georg auf dem Königstein gestiftet worden war. Im Jahr 1516 kamen zwölf Mönche aus dem Cölestinerkloster auf dem Berg Oybin hierher. Doch es stand unter keinem guten Stern. Nur ein Jahr nach Gründung des Klosters begann die Reformation und der „böse Samen Doctor Luthers“ keimte auch auf dem Königstein. Die Mönche begeisterten sich für Luthers Lehre und verließen einer nach dem anderen das Kloster, so dass es bereits 1524 aufgelöst wurde.

Nur wenige Relikte künden noch heute von dem einstigen Bauwerk, darunter einige Stufen des zum Kloster führenden „Herzogweges“ und die zugemauerte Klosterpforte. Diese befindet sich in einem Hohlraum hinter der Festungsmauer, circa 20 Meter unterhalb der Mauerkrone, zwischen „Horn“ und „Hempels Eck“.

Der Abstieg in dieses Gewölbe ist für Besucher nicht möglich, dennoch konnte man das historisch wertvolle Portal in der Ausstellung sehen: als originalgetreue Reproduktion im Maßstab 1:1, denn die Klosterpforte wurde von einem Dresdner Restauratorenteam abgeformt und im Ausstellungsraum wieder aufgebaut.
Lesen Sie mehr darüber in unserem Festungstagebuch.

Die Ausstellung zeigte zudem 500 Jahre alte Klosterhandschriften, mittelalterliche Madonnenfiguren und klösterliche Architekturfragmente sowie eine Truhe des Ablasspredigers Johannes Tetzel. Medienstationen informierten über die neuesten baugeschichtliche Untersuchungen zum Kloster auf dem Königstein und zur Garnisonskirche.