Anlässlich des Internationalen Museumstages ermöglichen wir einen "Blick hinter verschlossene Türen":
Mitglieder des Festungsvereins Königstein e.V. laden zu geführten Rundgängen auf dem Dachboden des Neuen Zeughauses ein. Dabei erfahren Sie, wie sich das Gebäude vom prunkvollen Festsaal der Kurfürsten zum funktionalen Militärbau wandelte. Wo einst im „Heldensaal“ gefeiert wurde, lagerten später Waffen, Proviant und Ausrüstung.
Lassen Sie sich berichten, wie ein Dachstuhlbrand alles veränderte und was es mit dem großen Handgöpel auf dem Dachboden auf sich hat. Entdecken Sie spannende Ausblicke mit ungewöhnlichen Perspektiven auf das Festungsplateau. Die imposante Dachkonstruktionen aus historischen Balken bietet reizvolle Motive für Liebhaber der Architekturfotografie.
Internationaler Museumstag - Blick hinter verschlossene Türen
Als genial geplantes „Multifunktionsgebäude“ im 17. Jahrhundert erbaut, erlebte das heute als „Neues Zeughaus“ bezeichnete Gebäude eine wechselvolle Vergangenheit.
Der damalige „Johannissaal“ war ein Repräsentationsbau für höfische Festlichkeiten der sächsischen Kurfürsten in Kombination mit Verteidigungsfunktionen für den direkt darunter gelegenen Dunklen Aufgang. Der ebene Holzfußboden des Saales wies Luken auf, die im Angriffsfall hätten geöffnet werden können, um die Dunkle Appareille zu verteidigen.
Der Renaissancebau wurde an der Stirnseite über zwei nebeneinanderliegende Eingänge erschlossen, die wiederum über eine große Freitreppe zugänglich waren (siehe historische Ansicht in der Bildergalerie).
Die Ausstattung des Festsaales mit 112 Porträts sächsischer Offiziere und Generäle Ende des 17. Jahrhunderts durch Johann Georg III. hatte die Entwicklung des Beinamens „Heldensaal“ zur Folge.
Nach einem großen Dachstuhlbrand im Jahr 1806 wurde ein Großteil des Gebäudes zerstört. Nach dem Umbau ab 1816 verlor das Gebäude seine Repräsentationsfunktion und diente fortan als „Neues Zeughaus“ der Einlagerung von Kriegsgerät. Der neue dreigeschossige Dachboden wurde höher und steiler errichtet und zu Lagerzwecken genutzt. Der dafür genutzte 2,5 m hohen, senkrecht stehende Handgöpel ist noch heute vorhanden.